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Sonntag, 20. Juni 2010

Hibiscus -Vermehrung durch Stecklinge

Die Bewurzelung von Hibisken verlangt ausreichend Wärme. Sie funktioniert schnell und mit guter Ausbeute nur in den Monaten Mai bis August. Dem Anfänger empfehle ich, seine ersten Versuche nur in dieser Zeit durchzuführen, um enttäuschende Ergebnisse zu vermeiden. Es dauert im Allgemeinen mindestens drei Wochen, bis der Steckling bewurzelt bzw. mit der Unterlage zusammengewachsen ist, im Extremfall auch einmal drei Monate oder länger. Weiterhin hell aber keine direkte Sonne in dieser Zeit, warm, halten. Notwendig für den Erfolg ist eine hohe Luftfeuchtigkeit, die mittels eines Zimmergewächshäuschens oder eines Plastikbeutels
Hibiscus rosa sinensis
Hibiscus rosa sinensis
Hibiscus rosa sinensis
 erreicht werden kann. Auch ein ausgedientes Aquarium funktioniert sehr gut als Anzuchthäuschen. Von einer Bewurzlung in Flüssigkeit halte ich nichts, da die Wurzeln beim Einpflanzen geschädigt werden können und es auch der Pflanze unnötig Kraft abringt. Für die Vermehrung möglichst frische Stecklinge verwenden. Müssen diese einige Tage aufbewahrt werden, oder verschickt werden, so legt man diese am besten in einem Plastikbeutel, in den man etwas Wasser gesprüht hat, einem feuchten Küchentuch als Wasserspender, an einem kühlen, schattigen Ort.

Am besten eignen sich Kopfstecklinge oder andere Stücke. Sie sollten noch nicht verholzt sein (wobei ich auch dabei schon Erfolg hatte- der aber entsprechend lange auf sich warten ließ) Ich schneide sie auf eine Länge von etwa 10-12 cm, direkt unter einem Nodium. Das Holz sollte mindestens 3 Blattpaare haben. Ich  entferne alle überschüssigen Blätter und lasse nur die oberen beiden Blätter stehen, die ich vorher auf "Mäuseohr-größe" verschnitten habe. Dann benetze das untere Ende mit etwas Wasser, stecke dies kurz in ein Bewurzelungshormon, schneide danach das untere Ende noch einmal ab und stecke die Stecklinge in Torfquelltöpfchen. Die Töpfchen in ein Zimmergewächshaus stellen bei 22-26°C, hell, aber keine direkte Sonne. Ich sprühe jede Woche einmal mit Chinosol ein, um das Gewächshäuschen und die Pflanzen möglichst keimfrei zu halten. Dabei habe ich sehr gute Erfolge erziehlt. Einziges Problem- falls es denn eines ist: das Plastik der Boxen entfärbt sich.


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Wenn unten aus dem Töpfchen die Wurzeln erscheinen, pflanze ich sie in kleine Töpfchen mit einem Erde-Perlite-gemisch

Hibiscus rosa sinensis





und stelle sie in mein eigens dafür umfunktioniertes Aquarium, welches die gleichen Bedingungen aufweist wie das Minigewächshaus. Nach mehreren Wochen nehme ich die Pflanzen dann aus dem Aquarium. Die ersten Stunden die jungen Pflanzen genau beobachten, wenn die kleinen Blättchen schlaff werden, besprühe ich sie mit zimmerwarmen Wasser.

Wenn der Bewurzelungs- bzw. Veredelungsvorgang abgeschlossen ist, dann sollten die kommenden Monate bis zum Winter genutzt werden, um die jungen Pflanzen so kräftig wie möglich werden zu lassen. Nicht enttäuscht sein, wenn die ersten Blüten erst im darauffolgenden Jahr erscheinen.

ACHTUNG! Bitte kein Seramis verwenden, da es Wasser speichert!

Für alle, die des Englischen mächtig sind, empfehle ich dieses Buch





The tropical Hibiscus-Handbook

Hibiscus rosa- sinensis

American Hibiscus Society

ISBN

0940974290, erhältlich

hier:

Hibiscus rosa sinensis


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